Gregor
Louisoder Umweltstiftung
Brienner
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Pressemitteilung
10.12.02
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NABU
fordert Trendwende beim Pflanzenschutz - Studien von der Gregor Louisoder
Umweltstiftung finanziert
Berlin -
Der Naturschutzbund NABU hat heute in Berlin zwei Studien zum Einsatz
von Pestiziden vorgestellt und dabei auf den dringenden Reformbedarf in
der deutschen Pflanzenschutzpolitik hingewiesen. "In Deutschland
wird vielfach gegen gesetzliche Bestimmungen für den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln
verstoßen ", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd
Billen. Vor allem Überwachung und Kontrolle seien völlig unzureichend.
So würden Landwirte in Deutschland regelmäßig verbotene
Pflanzenschutzmittel im Internet bestellen. "Der diskrete Versandhandel
mit hochgiftigen Substanzen wie Atrazin, E 605 und Lindan ist ein Skandal",
so Billen.
Auch im Obstanbaugebiet "Altes Land" bei Hamburg wurden nach
Recherchen des NABU entgegen der Beteuerungen des Berufsstandes regelmäßig
nicht zugelassenen Präparate eingesetzt. Eine interne Rückstandsanalyse
des Lebensmitteluntersuchungsamts Oldenburg zeige, dass bei der Hälfte
der 124 Proben Spritzmittelreste nachgewiesen wurden. "Die Studien
klären darüber auf, wie sich vermeintlich neutrale Organisationen
tarnen, welche Positionen einflussreiche Lobbygruppen beziehen und wie
Interessenvertreter des chemischen Pflanzenschutzes in Politik und Verwaltung
agieren", sagte Claus Obermeier, Vorstand der Gregor-Louisoder-Umweltstiftung.
Angesichts unzähliger Missstände sei nach Auffassung des NABU
eine Trendwende im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln in Deutschland dringend
notwendig. "Wir brauchen eine verbindliche Minimierungsstrategie,
die mit konkreten Fristen, Kriterien und geeigneten Instrumenten in die
bestehende Agrarpolitik eingebettet ist", so Billen. Zunächst
aber müsse das Ordnungsrecht konsequent angewendet und schärfere
Kontrollen durchgeführt werden, um den Pestizideinsatz zu drosseln
und die Landwirtschaft umweltverträglicher zu gestalten. Als realistische
Zielsetzung für eine Reduzierung empfahl Dr. Ute Meyer, Autorin einer
der Studien, die eingesetzten Pestizidmengen bis zum Jahr 2008 zu halbieren.
Dieses Ziel lasse sich mit der Ausweitung des ökologischen Landbaus
und der Nutzung bestehender Einsparpotenziale durch integrierten Anbau
erreichen. "In Zukunft müssen alternative Bekämpfungsmethoden
grundsätzlich Vorrang vor der chemischen Keule' haben",
betonte Billen.
Für Rückfragen: Florian Schöne, NABU-Agrarreferent,
Tel. 0172-5966097
Die Studien "Giftspritze außer Kontrolle" und "Pflanzenschutzpolitik
in Deutschland" sowie ein dazu gehöriges Hintergrundpapier sind
in der NABU-Pressestelle (Tel.: 02 28 - 40 36-141, -142 × Fax: 02
28 - 40 36-206 eMail: presse@nabu.de)
erhältlich.
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